Andacht

Liebe Freunde und Geschwister,

Lasst uns aufsehen zu Jesus, den Anfänger und Vollender unseres Glaubens! Hebräer 12,2b

Ihr Lieben!

An einem Abend auf der Winterfreizeit berichtete Tobias Kley von seiner Arbeit. Unter anderem bietet er Camps für Kinder und Teenies an, die ihr Leben sonst nur am Handy verbringen. Da es auf den abgelegenen Berghütten keinen Strom gibt, kommt irgendwann der Moment, an dem die Batterie zu Ende geht und der Bildschirm plötzlich schwarz wird. Etwas, was die Kids sonst nie erleben. Und mit einem Mal richtet sich der Blick verwirrt nach oben. Weg von dem, was sonst ihr Leben Tag für Tag bestimmt und mit dem sie sich auseinandersetzen. Eindrucksvoll beschrieb er, wie diese Teenies plötzlich Dinge wahrnehmen, die sie vorher nie bewusst gesehen hatten: Berge, Flüsse, andere Menschen…

Nun seid Ihr und wir in einer ganz anderen Situation. Wahrscheinlich ist keiner Handy-süchtig und auch sonst leben wir ein relativ „normales“ Leben.

Und doch – wie oft sind auch wir so fixiert und gefangen in Situationen und Arbeiten, die uns beschäftigen? Vielleicht sind es offene Fragen, ungelöste Konflikte, Angst vor der Zukunft, Schuld, Verletzungen oder auch neue Projekte und Pläne. Vielleicht sind es Reaktionen anderer Menschen, Erwartungen, Verleumdungen, Enttäuschungen. Vielleicht Veränderungen im Leben, Sorge um Familienangehörige oder auch neue Herausforderungen, eine verantwortungsvolle Position oder ein Umzug…

Wahrscheinlich könnte jeder seine eigene Liste der Dinge schreiben, die seine Aufmerksamkeit fesseln und den Blick auf sich ziehen wollen.

Und mitten hinein lesen wir die Aufforderung: „Lasst uns aufsehen!“ Lasst euch nicht gefangen nehmen! Wendet den Blick weg von euch und euren Angelegenheiten. Blickt nach oben!

Und zwar nicht einfach irgendwohin, sondern richtet euren Blick auf Jesus, den Anfänger und Vollender unseres Glaubens.

So viele Stimmen sind um uns herum zu hören, so viele raten und haben ihre Überzeugungen. Und doch müssen wir am Ende unsere Entscheidungen treffen und Verantwortung für unser Handeln übernehmen.

Wie gut, dass wir in allem, was uns beschäftigt, immer wieder den Blick nach oben richten können. Dort gibt es Orientierung und Licht, dort gibt es Hilfe, Prioritäten zu setzen und Entscheidungen zu treffen. Dort gibt es die Sicht auf die Dinge aus einer anderen  – der göttlichen Perspektive!

Und das Ermutigende ist – dieser Jesus ist nicht nur der Richter, vor dem wir eines Tages Rechenschaft ablegen müssen, sondern er ist auch der Hirte, zu dem wir mit all unseren Fragen kommen dürfen und der mit uns hineingehen will in das, was uns gerade beschäftigt.

Wir stehen am Anfang eines neuen Jahres. Wir wünschen uns und Euch, immer wieder neu dieses „Aufsehen auf Jesus“ zu praktizieren und gespannt dem entgegen zu gehen, was er mit einem jeden von uns vorhat!

Möge Gott Euch reich segnen!

Eure Ridschie und Isolde