Andacht

Liebe Freunde und Geschwister,

„Ein bisschen Frieden ein bisschen Sonne
Für diese Erde, auf der wir wohnen
Ein bisschen Frieden ein bisschen Freude
Ein bisschen Wärme das wünsch‘ ich mir…“

Mit diesem Song hat die damals 17-jährige Nicole beim Eurovision Song Contest 1982 den ersten Platz gewonnen.

Der leichte, beinahe seichte Text drückt die Sehnsucht der Menschen aus.  Frieden, wenigstens ein wenig, wenigstens ein bisschen Frieden.

Ein Zitat aus dem Volksmund beischreibt den Frieden so: „Friede, Freude, Eierkuchen“. Dieses Zitat lässt uns die Oberflächlichkeit, ja den Scheinfrieden beinahe riechen.

Die Bundeszentrale für politische Bildung schreibt in ihrer Definition zu Frieden folgendes: Frieden – wünschen sich Menschen auf der ganzen Welt. Aber was verstehen sie eigentlich darunter? Bedeutet Frieden, dass kein Krieg ist? Darauf können sich vermutlich die Meisten einigen. Aber was ist der Unterschied zwischen Frieden und einem Waffenstillstand? Herrscht eigentlich in Deutschland Frieden? Wo fängt Frieden an und wo endet er? Fängt Frieden bei uns selbst an?
Was Frieden ist, kann man ganz unterschiedlich verstehen. Aber warum ist das wichtig? Nun: je nachdem, was jemand unter Frieden versteht, ergeben sich unterschiedliche Wege ihn zu erreichen.“ (
http://www.bpb.de/mediathek/254312/was-ist-frieden )

Was verstehen wir Christen unter Frieden und wie erreichen wir ihn?

Jesus verspricht uns seinen Frieden:

„Was ich euch zurücklasse, ist Frieden: Ich gebe euch meinen Frieden – einen Frieden, wie ihn die Welt nicht geben kann. Lasst euch durch nichts ´in eurem Glauben` erschüttern, und lasst euch nicht entmutigen!“ Johannes 14,27 (NGÜ)

Jesus verspricht uns einen Frieden, den die Welt nicht geben kann. Mit anderen Worten, den Frieden Jesu können wir nicht herstellen.

Jesus verspricht uns einen Frieden, den die Welt nicht geben kann. Mit anderen Worten, den Frieden Jesu können wir nicht herstellen.

An dieser Stelle möchte ich Max Lucado zu Wort kommen lassen. In Seinem Buch „Keine Sorge“ beschreibt er im 8. Kapitel den Frieden Gottes in eindrücklicher Weise:

„… Unser Vater gibt uns seinen Frieden, den Frieden Gottes selbst. Er lädt gewissermaßen die Stille des Thronsaals in unsere Welt herunter, wodurch eine unerklärliche Ruhe entsteht. Wir sollten uns Sorgen machen, aber wir tun es nicht. Wir sollten aufgebracht sein, aber wir sind getröstet.  Der Friede Gotte übersteigt jede Logik, jedes Planen und alle Bemühungen, ihn zu erklären. Diese Art Frieden ist keine menschliche Errungenschaft. Es ist ein Geschenk von oben… Jesus verspricht Ihnen seinen eigenen Frieden. Den Frieden, der sein Herz ruhig machte als er zu Unrecht angeklagt war. Den Frieden, der seine Stimme fest machte, als er mit Pilatus sprach. Den Frieden, der dafür sorgte, dass seine Gedanken klar und sein Herz rein blieben, als er am Kreuz hing. Das war sein Friede und das kann auch Ihr Friede sein.“  (Max Lucado, „Keine Sorge“, Gerth Medien, 1. Auflage 2018)

Diesen Frieden, den unser Verstand nicht erfassen kann beschreibt der Apostel Paulus im 4. Kapitel des Philipper Briefes.

„Dann wird der Frieden Gottes, der weit über alles Verstehen hinausreicht, über euren Gedanken wachen und euch in eurem Innersten bewahren – euch, die ihr mit Jesus Christus verbunden seid.“ Philipper 4, 7 (NGÜ)

Hier wird der bewahrende Friede nochmals beschrieben. Paulus erwähnt auch, wem dieser Friede zu teil werden kann, dem, der in Verbindung mit Gott lebt. Allerdings beginnt Vers 7 mit einem „DANN“. Das bedeute, dass da was voraus geht, dass der Friede eine Folge ist. Deshalb zitiere ich nun die Verse 4-6

„Freut euch, was auch immer geschieht; freut euch darüber, dass ihr mit dem Herrn verbunden seid! Und noch einmal sage ich: Freut euch!

Seid freundlich im Umgang mit allen Menschen; ´ihr wisst ja, dass` das Kommen des Herrn nahe bevorsteht.

Macht euch um nichts Sorgen! Wendet euch vielmehr in jeder Lage mit Bitten und Flehen und voll Dankbarkeit an Gott und bringt eure Anliegen vor ihn.“

Diese Verse erscheinen mir wie ein kleines Programm zum inneren Frieden.  Ein 3 Punkte-Programm:

  1. Freue dich an der Verbindung zu Jesus und das in jeder Situation
  2. Sei freundlich, gütig, barmherzig zu den Menschen
  3. Bringe deine Anliegen zu Gott, aber vergesse nicht zu danken, für bereits erfahrene Hilfe und Fürsorge.

Mit diesem „Programm“ können wir den Frieden in uns nicht herstellen, aber wir können frei und offen dafür werden.  Wie oft verschließen wir dem Frieden Gottes durch Sorgen, Nörgeln und Unzufriedenheit den Zugang. Um dem Frieden Gottes Zugang zu geben braucht es eine aktive Wendung in unseren Gedanken, wir benötigen einen inneren Blickwechsel.  Genau diesen Blickwechsel schlägt uns Paulus in dem 3 Punkte-Programm vor, die Folge ist der Friede Gottes, der uns unabhängig von der Situation erfüllen wird.

Der Friede Gottes ist nicht ein wenig Frieden, kein Scheinfrieden und auch kein Waffenstillstand. Es ist der vollkommene Friede Gottes, der Jesus stark gemacht hat und uns stärken und bewahren kann.

Ursula Häbich